( Fragmente )
Wir bekommen einige Stunden frei von einer Schulveranstaltung, ich fahre nach Hause und treffe Andreas Baader in meinem Zimmer an. Er hat sich äußerlich verändert, wirkt aber nach wie vor konzentriert und zielstrebig. Er will mir irgendeine Idee unterbreiten, als meine Mutter das Zimmer betritt und Herrn Baader wütend mit meinem Freund verwechselt, der nicht da sein sollte. Ich beteuere, das sei nicht mein Freund ( auch wenn selbst ich die Ähnlichkeit bemerken musste ) , könne aber auch nicht sagen, wer es sei. Wohl weil mir die Gefahr bewusst war, die von der Tatsache ausging, dass der Kopf der RAF gerade in meinem Zimmer sitzt.

3.5.08 13:22, kommentieren

( Fragmente )
Ich liege mit meinem Opa im Bett, er sieht ausgemergelt aus, soviel dünner. Nebenbei läuft "Fünf Freunde auf dem Leuchtturm". Plötzlich zieht er mich heran, legt mich auf sich, fasst mich an und raunt mir ins Ohr : " Du gibst mir meine Jugend wieder. " Nachdem ich mich aus seinem Griff befreit habe und unsanft auf dem Boden gelandet bin, betrete ich das Wohnzimmer. Meine Oma liegt auf der Couch, meine Mutter sitzt kerzengerade daneben, ich soll 'rausgehen, mit dem Hund. Der Hausflur ist gepflastert mit Menschenrechtsplakaten und irgendwer hat daneben gekritzelt : " Das hat aber vorher schöner ausgesehen. " Ich betrete also mit dem Hund das Gartengelände, sehe ein neonpinkes Kaninchen, nehme es mit. Umrunde die Schrebergärten, um auf einen Tumult zu stoßen, - eine Gruppe Japaner vermisst ihr Kaninchen und meine Mutter blickt mich tadelnd an und sagt : " Man kann dich auch nicht allein lassen. "

3.5.08 13:17, kommentieren

( Fragmente )
Ich stehe auf dem großen Platz, Menschen wuseln herum. Das Telefon klingelt. Mein Vater ist dran und ich schaffe es, ihm meine Meinung zu sagen, mich wahrhaft aufzuregen über seine Verantwortungslosigkeit. Ich glaube, er heult sogar und mir ist es gleichgültig. 
Aber das war nur ein Traum im Traum, ich soll mit meinen Großeltern und meiner Mutter ins Theater. Die Karten lassen sich nur bestellen, indem man in eine eigens dafür vorgesehene Apparatur spricht und zu Protokoll gibt, welches Stück man um wieviel Uhr wo sehen möchte. Ich breche zusammen und weigere mich. Im Klassenzimmer regnet es

3.5.08 12:53, kommentieren

Ein Traumtagebuch als Dokumentation der mentalen Kapriolen .

3.5.08 12:48, kommentieren